Kath. Männerfuersorgeverein e.V. Haus an der Gabelsbergerstraße
Beschreibung der Einsatzstelle
Das Haus an der Gabelsbergerstraße (GAB) ist eine stationäre Einrichtung der Wohnungslosenhilfe. Als niedrigschwellige Einrichtung werden ältere bzw. vorgealterte, ehemalige woh-nungslose Männer mit besonderen sozialen Schwierigkeiten aufgenommen. Die Lebenswelt der Bewohner des Hauses zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass sie durch das lange Leben auf der Straße das Sozial- und Gesundheitssystem unserer Gesellschaft nicht oder kaum in An-spruch genommen haben. Ein Charakteristikum ist, dass die Bewohner milieubedingte Verhal-tensweisen, sog. besondere soziale Schwierigkeiten mitbringen, wie z.B. Suchtmittelabhängig-keit, Verschuldung, gesundheitliche, physische und psychische Einschränkungen, lange Ar-beits- und Wohnungslosigkeit etc.
Stellenbeschreibung
Einsatzbereiche des Freiwilligen und Art des Einsatzes*: Als Drittkraft in der Hauswirtschaft (50%), der Haustechnik (30%) sowie in der stationären Pflege (20%) Die Bundesfreiwilligendienst Teilnehmer/innen unterstützen die fest angestellten Hauswirt-schaftskräfte bei den anfallenden Arbeiten (z.B. durch zusätzliche Reinigungsintervalle), die über den Reinigungsplan hinaus geleistet werden. Zudem ermöglicht deren Einsatz ein Müll-trennungssystem in der Einrichtung (ökologischer Nutzen) und die Beseitigung von klienteltypi-schen Verunreinigungen, wie z.B. Zigarettenkippen. Die Teilnehmer/innen leisten Unterstüt-zung bei der Verschönerung bzw. Dekoration von Gemeinschaftsräumen, Treppenhäusern etc.. Bei hausinternen Veranstaltungen und Festen handelt es sich um einfache Helfer/innentä-tigkeiten wie z.B. Geschirr spülen, Tische decken etc. Ohne die Unterstützung der BFD-Mitar-beitenden könnten die Veranstaltungen oftmals nicht in diesem Umfang (z. B. Bewirtung, Deko-ration) durchgeführt werden. Im Bereich der Hauswirtschaft unterstützt die BFD-Kraft die Arbeitsprozesse in der Küche. Da-bei wird bei der Warenannahme, der Essensausgabe, der Zubereitung von kleinen Mahlzeiten assistiert. Die BFD Teilnehmer/innen begleiten die Haustechniker bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten. Durch den zusätzlichen Einsatz der BFD-Kraft kann eine bessere Instandhaltung und eine hö-here Wohn- und Betreuungsqualität der Bewohner erreicht werden, z.B. können frei gewordene Zimmer schneller wieder durch noch wohnungslose Menschen belegt werden und ein gleich-bleibender Zimmerstandard kann aufrechterhalten bleiben. Außerdem kann eine Hilfestellung beim Einräumen der Zimmer sowie bei Auszügen in eigenen Wohnraum ange-boten werden. Umfangreichere bzw. fachlich anspruchs-vollere Arbeiten werden grundsätzlich an regionale Firmen vergeben. Im Bereich Pflege werden von den BFD-Kräften die Bewohner zur medizinischen Versorgung, zum Kleiderkauf etc. begleitet. Alle Aufgaben passieren unter Anleitung der hausinternen Pfle-gefachkräften. Alle genannten Tätigkeiten von BFD Kräften sind als wettbewerbsneutral einzustufen, da hier-durch keine Beeinträchtigung im wirtschaftlichen Sinne als Folge der Förderung zu befürchten ist und Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weder verdrängt noch in ihrer Ent-stehung verhindert wird. Die zusätzlichen Arbeiten sind allein darauf ausgerichtet, die Lebens-qualität der Bewohner zu erhöhen. Die Dienstleistung ist auf die sozial benachteiligte Perso-nengruppe „Wohnungslose" bzw. deren Sozialeinrichtung incl. Außenbereich begrenzt. Es können Arbeiten erledigt werden, die über die „normale" Versorgung hinausgehen, wie zum Beispiel die intensivere Pflege des Umfelds der Einrichtung. Dadurch wird eine höhere Akzep-tanz der Einrichtung in der umgebenden Nachbarschaft erreicht und Konflikte können besser vermieden werden. Vorurteile können abgebaut werden, sodass auch dadurch die Wahrung des sozialen Friedens gegeben ist. Unterstützung der Hauswirtschaft in folgenden möglichen Arbeitsbereichen: Hausreinigung: • Zusätzliche Reinigung der Verkehrsflächen, die über den Reinigungsplan hinausgehen • Zimmerreinigung der Bewohner (Reinigung der Verkehrsflächen wird von einer Reinigungsfirma übernommen), häufigere Kontrolle der Sanitärhygiene, • Kontrollgänge innerhalb und außerhalb des Hauses • Assistenz bei der Lagerhaltung (z.B. häufige Reinigung der Regale) Küche: • Assistenz bei der Vorbereitung von Frühstück und Abendessen, • individuelles Portionieren des Essens, Zubereitung von Obst und Salaten (z.B. selbstberei-tetes Dressing) • Mithilfe bei der Essensausgabe • Erledigung von Besorgungen/Einkauf in der Umgebung, was üblicherweise nicht durch den Großhandel abgedeckt werden kann • Assistenz bei der Lagerhaltung (z.B. häufige Reinigung der Regale) • Tägliches Abräumen und Reinigen der Tische, der Salz- und Pfefferstreuer u.ä. • Vorwäsche des Geschirrs, Nachpolieren von Gläsern, Besteck u.a • Reinigungsarbeiten in der Küche und im hauswirtschaftlichen Bereich über den Reinigungsplan hinaus • Unterstützung bei der Vorbereitung der wechselnden Dekoration bei Veranstaltungen und Festlichkeiten, • persönliches Anbieten der Speisen und Getränken Unterstützung der Haustechnik bei Renovierungs- und Wartungsarbeiten: • Erledigung von kleineren Schönheitsreparaturen,• Ausführung kleinerer Reparaturen, • Mithilfe bei der Gartenpflege (z.B. häufiger Pflanzen-schnitt) • Mithilfe beim Schneeräumen von Flächen, bei denen keine gesetzliche Reinigungspflicht besteht, • Mithilfe bei Umzügen von Bewohnern (Kartons bereitstellen, Einpacken) • Mithilfe bei der Müllentsorgung durch getrennte Entsorgung von Wertstoffen und Restmüll, • Leichte Aufräumarbeiten innerhalb und außerhalb der Einrichtung • häufigere Kontrolle der Außenanlagen und Beseitigung von klienteltypischen Verunreinigungen (z.B. Zigarettenkippen) Unterstützung im Bereich stationärer Pflege: • Unterstützung der Bewohner bei der Ordnung in deren Zimmern • Unterstützung der Bewohner beim Kauf neuer Kleidung • Bewohner zu Ärzten/Ärztinnen oder ins Krankenhaus begleiten und/oder abholen Abgrenzung der Arbeiten von den Pflichtaufgaben: In allen Bereichen ist Fachpersonal laut Leistungsvereinbarung und Stellenplan eingesetzt. Die BFD-Kräfte ermöglichen durch ihre zusätzlichen Tätigkeiten eine Erweiterung des Angebots. Sie sind keine Fachkräfte und verrichten unterstützende Hilfstätigkeiten in Anleitung durch festangestelltes Personal. Auch ist die Qualität der Arbeit oft nicht vergleichbar mit den Erwartungen, die an eine Fachkraft gestellt werden kann. Es braucht eine zeitintensive Anleitung und Kontrolle der Tätigkeit. Jedoch würden die Verrichtungen ohne die Mithilfe von BFD-Kräften nicht bzw. bei Weitem nicht in diesem Umfang durchgeführt werden können. Die zusätzliche Unterstützung bei den regelmäßigen Arbeitsabläufen des Personals führt langfristig zu einer Verbesserung der Infrastruktur der Wohnungslosenhilfe und dient somit ausschließlich den Interessen der Allgemeinheit. Die auszuführenden Arbeiten sind eine Ergänzung zum Fachpersonal und beschränken sich auf Aufgaben, die nicht, bzw. nicht in diesem Umfang in der Leistungsvereinbarung vorgesehen sind.